Unser Erasmus-Aufenthalt in Wien vom 8. März bis 13. März 2026
Teilnehmende: Anja Menzel, Michael Tuma, Teresa Arndt und Rebecca Arnold
08.03.
Wir blicken auf eine sehr ereignisreiche Zeit zurück: Am Sonntag sind wir gemeinsam vom Hauptbahnhof Dresden mit dem Zug über Prag und Breclav mit etwas Verspätung angereist und wurden von der Aus-Training Mitarbeiterin Diana abgeholt und in unsere Unterkunft gebracht. Wir wurden zu unserem Plan für die nächsten Tage gebrieft und haben alle notwendigen Unterlagen erhalten. Beim gemeinsamen Abendessen wurden dann die einzelnen Programmpunkte organisatorisch besprochen.
09.03.
Wir hatten am Vormittag einen Termin im Pflegeheim Neumagareten des Trägers ÖJAB (Österreichische Jungarbeiterbewegung), wo uns das österreichische Ausbildungssystem für Pflegeberufe sowie das Haus von der Assistenz der Pflegedienstleitung, Fr. Stadlbauer, konzeptionell vorgestellt wurde. Es entwickelte sich ein reger Austausch zum Gesundheitswesen und zu den Ausbildungsberufen in Österreich und Deutschland. Wir konnten gute Einblicke in den Lernort Praxis gewinnen. Dies war insofern besonders, als dass im vergangenen Jahr bereits Auszubildende der BFS der Diakonissenanstalt über Erasmus in dieser Einrichtung eingesetzt waren. Am Nachmittag fand ein Briefing mit Aus-Training sowie ein Zusammentreffen mit unseren Kolleginnen aus dem BSZ der Maxim-Gorki-Str. statt.
10.03.
Am Dienstag haben wir uns, je nach beruflicher Fachrichtung, aufgeteilt: Die KollegInnen aus der BFS der Diakonissenanstalt sind erneut zum Träger ÖJAB gefahren und haben dort vertiefte Informationen zur Pflege sowie einen ausführlichen Hausrundgang erhalten. Kollegin Arnold hat mit den beiden Sozialpädagogik-Lehrerinnen die Caritas Schule am Himmel besucht. Dies ist eine inklusive Ganztagsschule, wo Kinder ab dem Alter von sechs Jahren bis zur Erfüllung der Schulpflicht mit und ohne Beeinträchtigungen aufgenommen und gemeinsam projektorientiert im Atelierunterricht beschult werden. Später traf sich die Gesamtgruppe bei der Volkshilfe Wien beim Projekt „Hafen“. Dieses ist ein sozial-ökologisches Frauen-Wohn-Projekt und bietet Frauen aller Generationen mit und ohne Kindern einen sicheren und leistbaren Wohnraum. Vor allem Frauen mit Gewalterfahrungen wird so eine langfristige, sozialpädagogisch begleitete Wohnperspektive zwischen drei und fünf Jahren geboten.
11.03.
Zur Wochenmitte besuchten wir mit dem „Campus Leopoldstadt“ eine der modernsten Pflegeschule mit einem speziell ausgestatteten Trainings- und Simulationszentrum in Wien. Hier erfuhren wir von dem Schulleiter, Hr. Streif, zentrale Aspekte der Pflegeausbildung in den verschiedenen Qualifkationsstufen: vom Pflegeassistenten über den Pflegefachassistenten bis hin zum Bachelor-Studium. Die stellvertretende Schulleitung zeigte uns das praktische Ausbildungszentrum und wie dieses in einzelnen Praxisprojekten genutzt wird. Im Laufe des Tages hatten wir außerdem noch einen Termin im „Refugium Collegialität“ der St. Elisabeth-Stiftung. Dieses neu erbaute Zentrum ist ein Ort der Unterstützung, der Bildung und der Begegnung zwischen Jung und Alt. Es werden Nachhilfe, Lernbetreuung und Sprachkurse angeboten. Im Erdgeschoss stehen Therapieräume für psychosoziale Angebote zur Verfügung. Da das Projekt erst im März gestartet ist, wünschen wir dem engagierten Team alles Gute.
12.03.
Die Pflege-Kolleginnen erlebten einen interessanten Praxistag an der Fachmittelschule 23. Wir konnten im theoretischen und praktischen Unterricht im Fachbereich Gesundheit, Schönheit und Soziales hospitieren. In Zusammenhang mit den Informationen der Vortage hat dies zu einem guten Gesamtüberblick bzgl. der Ausbildung im Gesundheitswesen in Österreich beigetragen. Während dessen durfte Fr. Arnold gemeinsam mit Fr. Uske und Fr. George die drei BerufsfachschülerInnen des BSZ Karl-August-Lingner, die aktuell über Erasmus in verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ein Praktikum im Rahmen ihrer SozialassistentInnen-Ausbildung in Wien absolvieren, besuchen. Es war inspirierend zu beobachten, wie die SuS in ihnen fremden Einrichtungen aufgenommen und betreut werden. Außerdem konnten wir einen Einblick in die verschiedenen Konzepte erhalten.
13.03.
Im Reflexionsgespräch mit Aus-Training konnten wir abschließend feststellen, dass wir berufsspezifisch zahlreiche Informationen und Anregungen bekommen haben und sicher auch innovative Ideen in die verschiedenen Stammschulen mitnehmen können. Außerdem wurden in den vielen Diskussionen mit den Verantwortlichen in den Einrichtungen ein guter gesamtgesellschaftlicher Überblick bzgl. des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystems in Österreich vermittelt. Wir danken für die Möglichkeit, diese Erfahrungen machen zu dürfen.
