Sachsen und Steiermark go Brussels: Auf Erkundung der EU-Institutionen

Im Frühjahr 2026 traf sich das Hannah-Arendt-Gymnasium Markranstädt (HAG) mit der steirischen Partnerschule Mittelschule Frohleiten in Brüssel. Dort lernten die Schülerinnen und Schüler ganz nah mehr über die Funktionsweise der EU. Dazu standen Besuche bei den EU-Institutionen wie dem Europäischen Rat, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission auf dem Programm. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem Gespräche mit sächsischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments.

Am ersten Tag ihres Aufenthalts verschafften sich die Jugendlichen zudem einen Eindruck davon, wie die Sächsische Landesvertretung bei der EU arbeitet. In einem interaktiven Vortrag standen die Bildungsreferenten aus dem Steiermark-Büro und der Sächsischen Landesvertretung Rede und Antwort. Sie vermittelten Einblicke in die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Regionen in der EU-Politik und erklärten, warum es in Brüssel einen Erzgebirgischen Weihnachtsmarkt und  ein Steirisches Musikfest gibt.

Im Rahmen des Erasmus+-Begegnung stand jedoch nicht nur Europa auf der Tagesordnung. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten die belgische Hauptstadt, lernten belgische Comic-Helden kennen und fanden heraus, was belgische Pommes so besonders macht.

Die Schülerinnen und Schüler des HAG Markranstädt haben ihre Erlebnisse in einem Bericht festgehalten.

Tag 1

Am ersten Tag sind wir mit dem Zug angereist und haben die Schülerinnen und Schüler der Erasmus-Partnerschule MS Frohnleiten aus der Steiermark kennengelernt. Gemeinsam haben wir Pizza gegessen, was auch eines der Highlights des Tages war – neben dem Ankommen selbst. Überraschend war für uns, wie unterschiedlich die Achtklässler im Vergleich zu uns sind. Ein Bezug zur EU zeigt sich vor allem in der unkomplizierten Anreise: Durch das Schengenabkommen konnten wir ohne Grenzkontrollen zwischen EU-Staaten reisen.

Tag 2

Unser Tag in Brüssel begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel, bevor wir unser Programm bei der Europäischen Kommission starteten. In einem Vortrag erhielten wir dort eine Einführung in die Aufgaben und die Arbeitsweise der Kommission. Die anschließende Mittagspause nutzten viele von uns, um die bekannten „Merkel-Pommes“ bei Maison Antoine zu probieren. Am frühen Nachmittag besuchten wir die Sächsische Vertretung. Hier erfuhren wir, wie die Interessen eines Bundeslandes auf europäischer Ebene vertreten werden. Besonders interessant war dabei der Austausch mit einer Vertreterin aus der Steiermark, da wir aktuell gemeinsam mit unserer steirischen Partnerschule in Brüssel sind. Später erkundeten wir die Stadt bei einer Comic-Rundführung und lernten die berühmten Wandmalereien im Zentrum kennen. Den Tag ließen wir nach einem individuellen Abendessen bei einem gemeinsamen Kinoabend mit der Partnerschule ausklingen. Das Highlight war für uns der Besuch in der Sächsischen Vertretung. Die Abgeordneten haben sehr verständlich erklärt, welche Funktion die Vertretung in Brüssel hat und wie die Zusammenarbeit zwischen den Regionen und der EU allgemein funktioniert. Überrascht hat uns die Information, dass im EU-Parlament insgesamt 24 Amtssprachen offiziell vertreten sind und genutzt werden. Unsere Reise selbst ist ein praktischer Bezug zur EU: Durch Programme wie Erasmus+ wird der Austausch zwischen Schulen aus verschiedenen Ländern (wie bei uns mit der Steiermark) gefördert, um die europäische Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zu stärken.

Tag 3

Heute am 15.04 sind wir früh am Morgen zum Parlament gewatschelt. Dort haben wir uns einen spannenden Vortrag über die verschiedenen Institutionen und Aufgaben der EU angehört, mit Schwerpunkt auf die Funktion des EU-Parlaments . Anschließend haben wir uns den Plenarsaal angeschaut. Besonders spannend war die Anzahl an Dolmetschern, die benötigt werden, um zwischen den 24 verschiedenen Amtssprachen der EU-Länder zu übersetzen. Danach hatten wir Q&A‘s mit den Abgeordneten- Oliver Schenk von der EVP und Matthias Ecke von der S&D. Dabei haben wir eine Menge über deren Arbeit und das Leben zwischen Brüssel und Sachsen erfahren. Das Highlight unseres Tages war das EU-Quiz im europäischen Rat. Zum Schluss haben wir Brüssel auf eigene Faust erkunden können. Überraschend war die auffallende Abwesenheit der Mülleimer auf dem Platz des EU Parlaments und die Anzahl der Sicherheitskontrollen die wir durchlaufen mussten. Der Tag hat uns gezeigt, dass Europa in vielen Bereichen unseres Lebens aktiv wird und das Parlament unsere europäische Demokratie symbolisiert.

Tag 4

Unser vierter Tag startete mit einem Ausflug zum Atomium. Der lange Weg dorthin hat sich durch den beeindruckenden Ausblick aus der obersten Kugel definitiv gelohnt. Nachdem wir die Stadt von oben betrachtet haben, haben wir noch einige der anderen Kugeln besichtigt. Diese waren durch Rolltreppen verbunden und haben uns außerdem durch Lichtshows beeindruckt. Diese Sehenswürdigkeit war ein gelungener Start in den Tag. Später waren wir im Haus der Europäischen Geschichte und haben dort viel über Europas Vergangenheit gelernt. Besonders spannend fanden wir, wie die Länder früher miteinander verbunden waren und welche Probleme sie hatten. Die Ausstellungen über Krieg und Frieden war besonders spannend. Am Ende hatten wir das Gefühl, Europa und die Zusammenhänge zwischen den Ländern besser zu verstehen. Unser anschließender Besuch im Schokoladenmuseum in Brüssel war ein spannendes Erlebnis. Wir haben die Tour eigenständig gemacht und dabei viel über die Geschichte der Schokolade sowie den Herstellungsprozess gelernt. Besonders toll war es, verschiedene Schokoladen zu probieren und einer Person bei der Herstellung live zuzuschauen. So konnten wir nicht nur Neues erfahren, sondern auch die süße Seite Belgiens genießen. Das Verkosten der Schokolade stellte dabei gleichzeitig auch das Highlight unseres Tages dar. Besonders fasziniert und überrascht hat uns der Wandel, den Europa als Kontinent durchlaufen hat: von einem Zusammenschluss verhärteter, voneinander abgegrenzter Staaten hin zu einer Europäischen Union, die heute in der Lage ist, supranationale Herausforderungen für rund 450 Millionen Menschen gemeinsam zu lösen. Gleichzeitig war dies der Ort, an dem wir den stärksten Bezug zur EU gespürt haben, vor allem durch die anschauliche Darstellung der Entwicklung unseres gemeinsamen Zusammenlebens.

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