ERASMUS – Limoges (Frankreich)
24.01.- 08.02.2026
Mit großer Vorfreude startete am 24.01.2026 die 8-köpfige Gruppe des BSZ Meißen-Radebeul von Dresden aus per Zug in ihr zweiwöchiges Abenteuer nach Limoges, mit einer Zwischenübernachtung in Paris. Sie wurden am 25.01. am Bahnhof „LIMOGES- BÉNÉDICTINS“ von den Lehrern der „LYCÉE LE MAS JAMBOST“ Schule abgeholt. Nach dem ersten Kennenlernen über einen Kaffee im Bahnhof wurden sie zu der Unterkunft gefahren. Dort lernten sie die französische Tradition „Galette des Rois“, welche vom 6. Januar – 31. Januar (Dreikönigstag) geht, kennen.
Mo: Am Montagmorgen holten uns die Lehrkräfte der französischen Schule ab und wir fuhren zur Schule, da wir noch keine Fahrkarten für Bus und Zug hatten.
In der Schule gab es ein erstes Kennenlernen mit den Franzosen und wir lernten spielerisch die Arbeitsschritte der Gipsformherstellung kennen. Leider war die Kommunikation schwierig da der Großteil kein Englisch sprach. Dafür begleitete uns eine Lehrerin aus unserer Schule die für uns übersetzt hat. Am Nachmittag besuchten wir das Nationalmuseum „ADRIEN-DUBOUCHÉ“ welches eine beeindruckende Sammlung über die Epochen der Keramik Weltweit zeigte.
Di: Der nächste Tag startete mit einem Besuch des „CASSEAUX – Brennofenmuseums“, der einen originalen Rundofen noch besitzt und uns seine Größe, Funktion sowie seine Bedeutung für Limoges bewusst machte. Anschließend liefen wir durch die Altstadt zu der Markthalle „HALLES CENTRALES“ wo wir in einem französischen Restaurant zu Mittag aßen. Zurück in der Schule durften wir ein Gießprojekt mit Porzellanmasse in Teamarbeit mit halbherzig Unterstützung, von den französischen Schülern aus, verwirklichen.
Mi: Am Mittwochmorgen konnten wir uns mit Aufglasurfarben und Schiebebildern eine „Vide Poche“ Schale als Erinnerungsstücke gestalten. Gestärkt vom Mittagessen haben wir uns zwei der Praktikumsbetriebe „CRAFT“ und „BERNARDAUD- Stiftung“ angeschaut.
Do: Das „Städtische Kunstmuseum“ brachte uns die Geschichte und Handwerkskünste (Emaille, Glasarbeit, Keramik, und vieles mehr) von Limoges näher. Mittagessen im „BOUILLON LIMOUSIN“. Am Nachmittag stellten wir mithilfe der Stempeltechnik eine Tonplatte für einen Postkartendruck her.
Fr: Am Freitag startete der Tag mit einem Sprachkurs, ein Versuch eine Vokabelliste der keramischen Hilfsmittel herzustellen endete in Frustration. Das Chaos zog sich leider durch den weiteren Tag durch. Geplant war ein selbst entworfenes Dekor auf die am Dienstag gegossenen Gefäße in Unterglasur aufzubringen. Leider mangelte es an Vorbereitung und den benötigten Materialien, wodurch sich alles verzögerte. Nachdem wir unsere Gefäße glasiert haben und in den Ofen gesetzt hatten, folgte ein Emaille Kurs auf Kupfer. Parallel wurden bunte Engobe Platten mit unseren am Vortag hergestellten Motiven gedruckt um Postkarten herzustellen.
Am Wochenende genossen wir unsere Freizeit und eine Stadterkundung. Einige aus der Gruppe trafen den Ex Präsident (François Hollande) ;-)
Für Ruth und Julia, welche sich in der Ausbildung zur Industriekeramikerin/ Dekorationstechnik befinden begann die 2. Woche mit dem Praktikum in der Porzellanmanufaktur „BERNARDAUD“ am Montag in der Abteilung der Aufglasurmalerei. Die Aufgaben und erlernten Fähigkeiten umfassten das Fadenziehen an Tellern und Tassen, das Kopieren eines Blumendekors auf eine Tasse mittels Feder sowie die Ausarbeitung dessen mit Lüsterfarbe und Poliergold. Außerdem wurde das Logo des Betriebs über ein Schiebebild auf die Unterseiten der Artikel aufgebracht. In den letzten Tagen durften Julia und Ruth ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich eigene Dekore ausdenken sowie das Medium „Blanc Fixe“ ausprobieren. Die dekorierten Artikel durften sie sich mitnehmen so wie die Pinsel. Ruth und Julia sind dankbar das Praktikum bei „BERNARDAUD“ absolviert und einen Einblick in die Aufglasurmalerei bekommen zu haben.
Im Rahmen der Arbeit bei „ROYAL LIMOGES“ hat Sonique verschiedene dekorative Techniken angewendet. Dazu gehörte das Fäden ziehen auf Tellern und Tassen mit Aufglasurfarben sowie Gold. Außerdem wurden Henkel mit Gold und Platin staffiert. Ergänzend dazu erfolgte das freie Gestalten von Ostereiern mit Aufglasurfarben. Diese Tätigkeiten haben ihr viel Freude Bereitet und das Arbeitsklima hätte nicht besser sein können.
Laura und Mathilda, beide Auszubildende im Bereich Scheibentöpferei, durften ihr Praktikum bei ,,CRAFT“ machen. Eine Werkstatt spezialisiert auf das Herstellen von besonderen Porzellan-Einzelstücken und die Anfertigung der Gipsform für diese Projekte, dadurch gab es leider die ersten Tage nicht immer viel zu tun. Laura und Mathilda konnten sich im Gießen mit Porzellangießmasse in Gipsformen, sowie das Nachbearbeiten der Formlinge üben und halfen beim Abschleifen eines Fliesenprojektes.
Aber das Highlight war in der zweiten Hälfte der Woche das Herstellen einer eigenen Gipsform. Dazu stellten sie je ein Modell her, indem auf einer Drehscheibe von einem Gipszylinder Material abgetragen wurde, bis die gewünschte Form erreicht war. Das erinnerte an den Vorgang des Abdrehens beim Drehen mit Ton auf der Scheibe. Anschließend wurde Stück für Stück die Gipsform mitsamt Fußstück, Seitenstücken und Schonung um das Modell gegossen und die Form von Hand nachbearbeitet.
Für beide war diese Arbeit mit Gips und das Herstellen eines eigenen Modells mit dazugehöriger Gießform neu und sehr interessant. Auch die laufenden Projekte bei Craft im Prozess zu sehen und die Arbeit zu beobachten war sehr spannend.
Ahmad und Elena arbeiteten in der Praktikumswoche in der Firma „PORCELAINES GUY DEGRENNE“. Sie lernten die Produktionsschritte des Porzellans kennen wodurch es recht abwechslungsreich war. Sie halfen beim Gipsformen herstellen, Gefäße Gießen, glasieren der Stücke und zum Schluss das dekorieren von Tellern in Aufglasurfarben und Gold. Auch wenn es sehr lange Tage waren und die Kommunikation teilweise schwierig war, waren die Mitarbeiter sehr nett und es war Interessant die Schritte mitzuarbeiten und zu lernen.
Nina half in der Praktikumswoche im „ATELIER CHAMOTHÉ“ welches ein Café und Workshop umfasst. Ihre Aufgaben waren sehr interessant und abwechslungsreich und trotz anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, da ihr Französisch sehr eingeschränkt und das Englisch der Inhaber zu wünschen übrigließ, konnte einiges gelernt werden. Vom Recyceln von Porzellan bis hin zum Formen, bemalen und gießen war alles dabei.
Abschließend können wir alle sagen, dass wir viele neue Eindrücke sammeln durften und dass es, trotz an manchen Stellen mangelnder Planung und herausfordernder Kommunikation, eine einmalige Reise war, die sich gelohnt hat!
